Banken und die Generation Z

Was erwartet die Generation Z von Banken? Wie möchten die Jungen von heute bezahlen? Welche Services sind ihnen wichtig und wie können Banken junge Kunden gewinnen? Dies beantworten wir in diesem Blogpost.

Hand aufs Herz. Es gibt nach wie vor Dinge im Leben, die sind etwas komplizierter oder langwieriger als sie sein sollten. Eines der Themen, welches die Generation Z zwar täglich begleitet, aber emotional bisher wenig begeistert, ist ihre Beziehung zur Bank. Wir würden hier gerne «Liebesbeziehung» schreiben, doch davon sind die meisten noch weit davon entfernt. Wenn wir in unseren regelmässigen Fokusgruppen das Thema Banking öffnen, hören wir meist zwei Feedbacks: «Ja, ich bin eigentlich zufrieden mit meiner Bank. Viele bessere Angebote habe ich noch nicht gefunden» oder «alles was das tägliche Bezahlen übersteigt, verstehe ich noch nicht so wirklich. So 3. Säule und so...». So wichtig die Finanzen in unserem Leben auch sind, so nüchtern betrachtet die Gen Z traditionelle Bankenangebote zur Zeit. Es fehle an Klarheit, Einfachheit und emotionalen Bindungen.

Der grösste Pain Point der Gen Z bei Banken

Das Leben der Gen Z sollte so einfach und effizient wie möglich sein. Wir alle lieben Geschwindigkeit, aber die Jungen von heute bringen ein anderes Level von "schneller Abwicklung" mit an den Tag. Bevor wir aber darauf eingehen, sollten Finanzdienstleister verstehen, dass die erste Herausforderung im Verständnis der Angebote liegt. Die Generation Z kriegt zwar gewisse Finanzthemen in der Schule beigebracht, aber eine wirkliche Auseinandersetzung mit den verschiedenen Möglichkeiten fehlt oft. Es liegt auch nicht in der Natur einer typischen 24-Jährigen, sich mit einer dritten Säule oder mit verschiedenen Anlageoptionen zu beschäftigen. Diese wollen nach wie vor erstmals richtig erwachsen werden (wenn man das überhaupt jemals richtig wird) und ihre täglichen Bedürfnisse so schnell und eifach wie möglich abwickeln.

Während viele Banken darauf warten, bis die Gen Z dann wirklich in ihre Zielgruppe gehört (also im Zielalter ist), verstehen sie nicht, dass gerade in diesen Jahren eine riesen Chance vergeben wird, einen Love-Brand der Kunden der Zukunft zu werden. Bankangebote sollten nicht nur auf dem Blatt attraktiv wirken, sondern vom Design und der Bildsprache her die Chance eröffnen, seine Bank als 21 Jähriger zu lieben.


Deshalb die wichtigen zwei Fragen für euch:

  • Versteht die junge Zielgruppe eure Produkte überhaupt?
  • Ist eure Customer Journey sexy genug? 

Gen Z loves Twint, Revolut und Apple

Das Wichtigste für die Gen Z ist, dass die Bank gute Angebote für Junge hat und auf ihre Bedürfnisse eingeht. Abgesehen von längeren Öffnungszeiten wünschen sie sich vor allem eine Vereinfachung der Prozesse. Bei fast zwei Drittel der Jugendlichen haben nicht sie selbst, sondern deren Eltern die Bank ausgesucht. Auch im Onlineauftritt machen es moderne Finanzservices wie Revolut, Yapeal oder N26 vor, wie man ein modernes, minimalistisches und übersichtliches Customer Interface gestaltet und den Brand in einer 2021 Sprache übermittelt.

Auf die Frage: "Welches App hat in den letzten 12 Monaten dein Leben massgeblich einfacher gemacht?" ist eine der häufigsten Antwort: Twint. Hier sieht man klar, dass der tägliche Bedarf einer unkomplizierten, direkten und schnellen Abwicklung gross ist. Mehr Finanzdienstleister sollten sich stets fragen: wie können wir das Twint-Mindset auch in anderen Bereichen einsetzen?

Spannend wird nun auch die Einführung der physischen Apple Kreditkarte sein. Während viele NEO-Banken auf die direkte Smartphone-Payment-Lösung setzen, erscheint bei allen Anbietern die physische Kreditkarte noch stets wichtig.

Mit der Apple Kreditkarte vereint erstmals einer der Tech-Giganten ihre Marke mit Banking. Facebook könnte folgen.

Sorgen um die eigenen Finanzen

In unserer Masterumfrage haben wir festgestellt, dass zwar die Finanzen nicht zu den grössten Sorgen der Generation Z gehört, aber wenn man die Stärke dieser Sorgen betrachtet, die Finanzen an erster Stelle liegen. Dabei fällt ihnen die monatliche Budgetplanung schwer, das Budget sei generell zu klein und es ist unklar, welche Kosten in mittlerer Zukunft auf sie zukommen (z.B. weitere Ausbildungen, Krankenkasse selberbezahlen und so weiter). Auf dem Pausenhof und auf Social Media ist Fashion natürlich noch stets ein grosses Thema. Das Bedürfnis der Jungen mitzuhalten ist natürlich gross. Da passiere es regelmässig, dass “man kein Geld für kleinere Aktivitäten hat, aber am nächsten Tag mit den neusten Off-White Sneakers daherkommt” (Generation Z Teilnehmer Fokusgruppe, April 2019). Wem die Marke nichts sagt, schaut einfach mal bei hier Google Shopping nach und kann sich ein Bild über das Pricing solcher Schuhe machen.

Drei Tipps: Die Bank für die Generation Z

  • Emotionales Storytelling, welches die Nutzenden in den Vordergrund stellen. Die Gen Z möchte nicht die Produkte sehen, sie möchten das Erlebnis miterleben.
  • Customer Journeys müssen komplett neu gedacht werden. Dies beginnt bei der Awarenessphase (wie wirkt meine Marke zu Beginn? Hier sollte eigentlich noch kein Angebot im Content verkauft werden), geht weiter zur Research-Phase (Informationsmaterial muss aufgeräumt, vereinfacht und multimedial dargestellt werden) und endet bei der Salesphase (junge Kundenberater/Innen sollten an junge Personen verkaufen).
  • Die Angebote müssen mit der Lebenswelt der Gen Z in Verbindung gebracht werden. Eine Kantoalbank unterstützt beispielsweise auch ein Schwingfest, weil sie fest daran glauben, dass dieser Event perfekt in die Lebenswelt gewisser Zielgruppen gehören. Genau so sollte es auch mit der Generation Z erfolgen.

Lasst uns eure zukunft mitgestalten!

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