Viel Nähe, viel Druck: Wie junge Menschen Social Media erleben – Insights der NEOVISO Masterumfrage 2026

Social Media ist für junge Menschen kein Kanal unter vielen, sondern ein ständiger Begleiter durch den Alltag. Das zeigt die aktuelle NEOVISO Masterumfrage, die von April bis Mai 2026 durchgeführt wurde. Befragt wurden 314 Personen mit einem Durchschnittsalter von 26 Jahren.
Das Bild ist ambivalent: Die Plattformen unterhalten, inspirieren und halten Freundschaften zusammen. Gleichzeitig erzeugen sie spürbaren Druck. Und sie ersetzen nicht, was im echten Leben trägt.
Eine Generation, viele Plattformen
Wer jung ist, ist täglich online und zwar nicht nur kurz. 77 Prozent der Befragten verbringen täglich eine bis vier Stunden auf Social Media, fast jede:r Zweite sogar drei Stunden oder mehr. Die meistgenutzten Kanäle sind Instagram (90 Prozent), WhatsApp (89 Prozent) und YouTube (60 Prozent).
Der wichtigste Grund dafür bleibt Unterhaltung: 71 Prozent der Instagram-Nutzer:innen und 80 Prozent der TikTok-Nutzer:innen sind vor allem dafür auf der Plattform. Auf Instagram folgen Inspiration (54 Prozent) und der Kontakt mit Freund:innen (52 Prozent). Die Interessen dahinter sind breit: Reisen (73 Prozent), Sport und Fitness (65 Prozent) sowie Mental Health (52 Prozent) führen die Liste an.
Spannend wird es beim Blick aufs Alter. Denn welche Plattform zieht, hängt stark davon ab, wie alt jemand ist. Bei den unter 20-Jährigen nutzen 87 Prozent Snapchat und 76 Prozent TikTok, LinkedIn hingegen nur 5 Prozent. Bei den ab 27-Jährigen kippt das Bild: Snapchat (34 Prozent) und TikTok (31 Prozent) verlieren deutlich, LinkedIn steigt auf 48 Prozent.
Für Marken heisst das: «Die Jungen» gibt es auf Social Media nicht. Wer 16- und 26-Jährige gleich anspricht, verliert an beiden Enden an Relevanz.
Der ständige Vergleich macht Druck
So selbstverständlich Social Media genutzt wird, so spurlos geht sie nicht an den jungen Menschen vorbei. Nur 19 Prozent sagen, sie verspüren keinen Druck durch Social Media. Am stärksten wirkt dieser bei der körperlichen Fitness und Gesundheit (41 Prozent), gefolgt von Lifestyle-Themen wie Geld, Haus oder Reisen (37 Prozent), dem Vergleich mit anderen (37 Prozent) und der äusseren Erscheinung (34 Prozent).
Glücklicher macht Social Media die meisten dabei nicht: Gefragt nach den Auswirkungen der letzten sechs Monate, landet der Durchschnitt mit 3,9 auf einer Skala von 1 bis 7 ziemlich genau in der neutralen Mitte. Bewusste Pausen halten 71 Prozent für wichtig. Doch 40 Prozent finden Digital Detox zwar wichtig, schaffen es aber nie.
Echte Unterstützung kommt offline
Besonders deutlich wird der Unterschied zwischen digitaler und realer Nähe beim sozialen Umfeld. Freund:innen (Ø 5,5) und Familie (Ø 5,4) werden als klar unterstützend erlebt. Communities auf Social Media landen mit Ø 3,5 dagegen unter der neutralen Mitte. Die Einsamkeit liegt im Schnitt bei 3,0. Knapp ein Fünftel fühlt sich allerdings eher einsam bis sehr einsam.
Dazu passt, was die Befragten unter einem erfolgreichen Leben verstehen: 70 Prozent nennen an erster Stelle, körperlich und mental gesund zu sein. Weit dahinter folgen eine stabile Partnerschaft (38 Prozent) und eine eigene Familie (32 Prozent).
Fazit: Was Marken jetzt aus der Social-Media-Nutzung junger Menschen lernen sollten
Die NEOVISO Masterumfrage 2026 zeigt ein klares Bild: Social Media ist für junge Menschen Unterhaltung, Inspiration und Kontaktpflege in einem. Gleichzeitig ist die Nutzung von Druck und Vergleich geprägt und echte Unterstützung finden sie vor allem offline. Daraus ergeben sich drei Aufgaben für Marken.
Erstens: Relevanz statt Reichweite. Eine einzige Plattform-Strategie für «die Jungen» funktioniert nicht mehr. Kanäle, Inhalte und Tonalität müssen zum Alter und zur Lebensphase der Zielgruppe passen.
Zweitens: Unterhaltung bleibt der Schlüssel. Wer Aufmerksamkeit will, muss unterhalten oder inspirieren, reine Information reicht nicht.
Und drittens: Ergänzen statt imitieren. Digitale Nähe ersetzt echte Unterstützung nicht. Vertrauen entsteht dort, wo Marken die realen Bezugspersonen ergänzen, statt sie zu imitieren und wo sie den Druck nicht zusätzlich verstärken.
Über die Studie
Die NEOVISO Masterumfrage wurde von April bis Mai 2026 online durchgeführt. Befragt wurden 314 Personen in der Schweiz, davon 51 Prozent Frauen und 49 Prozent Männer, mit einem Durchschnittsalter von 26 Jahren. 39 Prozent wohnen in der Stadt, 24 Prozent in der Agglomeration und 37 Prozent auf dem Land.
Jetzt downloaden!












.jpg)

